Grüne wollen Berufskolleg an Namensgebung beteiligen
Landrat und CDU verweigern Schülern und Lehrern die Mitwirkung

Das Adolph-Kolping-Berufskolleg Brakel soll nach dem Willen des Schulausschusses des Kreises einen neuen Namen erhalten: „Kreisberufskolleg Brakel“. Diesen Vorschlag unterbreitete der Landrat dem Ausschuss. Ein Antrag des Mitglieds von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Georg Harrer, auf Mitwirkung der Schüler- und Lehrerschaft bei der Namensnennung wurde mit der Mehrheit der CDU-Mitglieder abgelehnt.

Eine Namensumbenennung des Adolph-Kolping-Berufskollegs (AKB) ist wegen der Namensähnlichkeit und der damit verbundenen Verwechselung mit dem in der Nachbarschaft gelegenen Kolping-Berufbildungswerkes (KBBW) unumgänglich geworden. Das war auch der Wunsch der Lehrerschaft des AKB gewesen, die sich mehrheitlich auf einer Zukunftskonferenz im August 2008 für eine Umbenennung ausgesprochen hatte. „Dass diese nun nicht mehr weiter nach ihren Wünschen gefragt werden, stößt die Lehrerschaft vor den Kopf“, meint Hans-Georg Harrer, der selbst Lehrer im AKB ist.

Identitätsstiftender Name erwünscht

Er hatte beantragt, der Lehrer- und Schülerschaft bis zur nächsten Sitzung des Schulausschusses im März die Gelegenheit zu geben, dem Ausschuss Namensvorschläge zu unterbreiten. Die Bezeichnung „Kreisberufskolleg Brakel“ sei zu funktional und zu „gesichtslos“, ein Name dagegen sei identitätsstiftend. Auch sei die möglich Abkürzung für „Kreisberufskolleg Brakel“ als KBB wiederum ähnlich der Abkürzung KBBW für das „Kolping-Berufsbildungswerk“.

„Sie vergeben sich nichts, wenn Sie bis zum März mit der Namensgebung warten und die Vorschläge der Schule einholen. Wer anders als die Schulkonferenz könne demokratisch legitimiert Vorschläge einreichen, mit denen sich die Schule identifizieren kann“, fragte Harrer die Schulausschussmitglieder.

Landrat gegen Vorschlagsrecht der Schule

Mitglieder aller Fraktionen sprachen sich anfangs für diesen Antrag aus, bis Landrat Backhaus sich in die Diskussion einschaltete. Er warnte dringend davor, der Schule ein Vorschlagsrecht einzuräumen, denn es käme auf die Außenwirkung der Schule an, nicht darauf, ob sich innerschulisch eine Mehrheit für einen Namen bilde. Daraufhin schwenkte die Mehrheit der CDU um und beantragte über die vom Landrat bestimmte Bezeichnung „Kreisberufskolleg Brakel“ abstimmen zu lassen. Harrers Antrag wurde bei Stimmengleichheit von 7:7 abgelehnt. Der CDU-Antrag dagegen mit 8:6 angenommen.

Kreistag kann Votum der Schulkonferenz berücksichtigen

Harrer: „Die CDU-Fraktion hat nichts dazu gelernt. Autokratisch wie seit jeher versteht sie sich als Erfüllungsgehilfin des Landrats, der seinerseits dabei ist in seinen letzten Amtstagen letzte Sympathien bei Lehrern und Schülern zu verspielen. Undemokratisch ist zudem diese Vorgehensweise der CDU, weil sie keinen Wert auf das Votum der Schulkonferenz legt. Bleibt zu hoffen, dass der Kreistag in seiner nächsten Sitzung der Schule noch eine Chance auf einen gewünschten Namen gibt.“


14.02.09, HH

 

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