Bildungssystem der Kaiserzeit endlich überwinden
Unaufgeregt zeitgemäße Lösungen finden

Der Kreisvorsitzende der GRÜNEN, Herbert Falke, kommentiert aus seiner Sicht die bildungspolitische Diskussion der letzten Wochen zwischen CDU und SPD. Er stellt fest: „Die CDU befindet sich kurz nach den Wahlen auf dem bildungspolitischen Kriegspfad, offenbar ohne bemerkt zu haben, dass sie die Wahlen am 9. Mai gerade auch wegen ihrer Schulpolitik verloren hat.“

 

Hubertus Fehring ignoriere weiter die deutlichen Signale, die er auch schon bei den Diskussionsforen im Wahlkampf in den Schulen vernommen haben müsste, so Herbert Falke. „Die deutliche Kritik am Turboabitur, an Kopfnoten, am Prognoseunterricht, am insgesamt selektiven Schulsystem scheint Herr Fehring und mit ihm auch Herr Herrmann nicht hören zu wollen. Sie stellen zudem alle schulpolitischen Vorschläge von rot-grün unter Ideologieverdacht und bemerken gar nicht, dass ihre eigene Haltung sehr stark ideologisch verankert ist und ein Relikt aus kaiserlich-preußischer Zeit ist.“

 

Entsprechend preußisch-militärisch äußere sich Fehring, wenn er die rot-grüne Bildungspolitik als „Ideen aus der ideologischen Waffenkammer der 70er Jahre“ bezeichnet oder die Gemeinschaftsschule als „Anschlag auf das gegliederte Schulsystem“ brandmarkt. Wer so rede, könne weder eine Rolle vorwärts in ein neues Bildungssystem vornehmen, sei aber auch nicht zu einer Rolle rückwärts fähig, weil er mit seinen bildungspolitischen Ansätzen schon lange stramm mit dem Rücken an der Wand stehe.

 

„Wann merken Herr Fehring und mit ihm die CDU eigentlich, dass all ihre Maßnahmen der letzten Legislaturperiode nicht zu einer Verbesserung des Images der Hauptschule und nicht zu verstärkter Förderung von Schülerinnen und Schülern geführt haben? Wann lässt Herr Fehring von der unsäglich falschen Behauptung, eine Gemeinschaftsschule sei eine Einheitsschule und brauche mindestens 1200 Schüler/Innen? Wann hört das CDU-Gerede von der Gleichmacherei und dem Absenken der Leistungsfähigkeit der Schüler durch eine Gemeinschaftsschule endlich auf? Auch eine Gemeinschaftsschule muss sich orientieren an den vorgegebenen Leistungsstandards des Landes. Wann respektiert die CDU im Kreis endlich den Elternwillen und führt mit uns zusammen eine ehrliche und repräsentative Elternbefragung zu einer Gesamt- oder Gemeinschaftsschule durch? – Denn wer vom Elternwillen redet, muss die Eltern auch ihren Willen bekunden lassen! Wieso sollen die Eltern im Kreis Höxter grundsätzlich völlig anders denken als im Kreis Paderborn, wo die zwei Gesamtschulen für das neue Schuljahr über 200 Kinder ablehnen mussten?“

 

Das von der CDU angekündigte Schul-Volksbegehren nennt Herbert Falke politischen Unsinn: „Wogegen soll sich solch ein Begehren richten? Etwa dagegen, dass eine CDU-geführte Kommune einen Antrag auf Genehmigung einer Gemeinschaftsschule an das Schulministerium richtet, weil vor Ort Eltern, Lehrer und Kommunalpolitik sich für diese Schule entschieden haben?“ Herbert Falke resümiert: „Die Schullandschaft wird sich auch im Kreis Höxter verändern, ja verändern müssen, schon bedingt durch den demographischen Wandel. Dies sollten wir gestalten, unaufgeregt, ohne ideologische Scheuklappen, die pädagogischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte nutzend zum Wohle aller Kinder und Jugendlicher.“

 


05.08.2010  HF

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