Schwarz-gelbe Bildungsexperimente gescheitert

 

Der Kreisvorsitzende der GRÜNEN, Herbert Falke, zeigt sich erstaunt über die offenbar völlig uninformierten Äußerungen der Jungen Union Warburg zur rot-grünen Bildungspolitik.

 

Er hält fest: „Während der CDU-Fraktionschef im Landtag, Karl-Josef Laumann feststellt, dass man vom dreigliedrigen Schulsystem Abschied nehmen müsse, da die Hauptschule in den meisten Regionen gescheitert sei, zitiert die Junge Union die schon oft von Jürgen Herrmann (CDU-MdB) und  Hubertus Fehring ( CDU-MdL) vorgebrachte Kritik an den rot-grünen Bildungskonzepten. Aber stetige Wiederholung inhaltsleerer Phrasen und von der Parteispitze formulierten Sprechblasen bringt nicht weiter!“

 

Herbert Falke kann der Jungen Union in einem Punkt sehr gut folgen. Ziel der rot-grünen Bildungspolitik sei gerade auch die von der JU eingeforderte individuelle Förderung aller Kinder und Jugendlicher entsprechend ihrer Begabungen unabhängig vom Geldbeutel und Bildungsniveau der Eltern.

 

Gerade für ländliche Gebiete wie den Kreis Höxter sei das neue Konzept einer Gemeinschaftsschule besonders attraktiv. Dort, wo Schulen wegen sinkender Schülerzahlen in ihrer Existenz bedroht sind, könne die Gemeinschaftsschule oder die Gesamtschule mit integrativen Konzepten die Schule vor Ort halten.

 

Herbert Falke verweist die JU darauf, dass sich zurzeit in ländlichen Gebieten, u. a.  auch im Bereich Paderborn schon längst viele – auch CDU-regierte – Kommunen auf den Weg gemacht hätten, um mit einer Gemeinschaftsschule ihren Schulstandort zu halten. „Ascheberg ist die erste Kommune, der die Gemeinschaftsschule genehmigt wird, Billerbeck wohl die zweite, beide CDU-dominiert!“ streicht Herbert Falke heraus.

 

Der grüne Kreissprecher wendet sich auch gegen den Versuch der JU die Gemeinschaftsschule als Einheitsschule darzustellen: „Natürlich gibt es entgegen den Behauptungen der JU in der Gemeinschaftsschule neben dem gemeinsamen Lernen auch verschiedenen Leistungsstufen, die dann zu den verschiedenen Abschlüssen Haupt- oder Realschule oder Gymnasium führen.

 

Dabei ist die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Leistungsstufen besser gegeben als im alten dreigliedrigen Schulsystem. So ist der Anteil der Abiturienten an Gesamtschulen ohne vorherige Gymnasialempfehlung exorbitant hoch und beweist so die Effektivität dieser Schulform. Dagegen ist die von der JU favorisierte Verbundschule nur ein wenig effektives Modell zur Rettung des alten Systems, in dem lediglich ein Teil der Verwaltung zusammengelegt wird und außer einigen Nebenfächern getrennt in Schulformen unterrichtet wird.“ 

 

Herbert Falke weist die JU auch darauf hin, dass viele Schulen sich auf den Weg gemacht haben zum alten Abitur nach 13 Jahren zurück zu kehren. Sie hätten gemerkt, dass das Turboabitur mit hoch belastendem Bulimielernen nicht die richtige Vorbereitung auf das Leben, die Hochschule und die Arbeitswelt ist. Am Gymnasium brauche es auch Zeit, das Gelernte zu durchdenken, zu analysieren und im Gedächtnis langfristig zu verankern.

 

Abschließend verweist der GRÜNE die JU Warburg an ihre Freunde im Kreis Paderborn, die sich einem kreisweiten Schulentwicklungsplan stellen wollen, wie er im Kreis Höxter schon in Auftrag geben worden ist. „Was hat Herr Laumann so schön formuliert: ´Angesichts der geringen Anmeldezahlen könne die CDU nicht auf dem dreigliedrigen Schulsystem beharren. Seine Partei müsse die Einstellung der Eltern akzeptieren´“, schließt Herbert Falke mit einem Schmunzeln.

 


13.10.2010

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