Schwarz-Gelb stimmt gegen Moratorium für Fracking-Technologie

Abgeordneter Jürgen Herrmann, CDU, trägt Entscheidung mit

 

Mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP hat der Deutsche Bundestag gestern den Antrag der Bundestagfraktion Bündnis 90 / Die Grünen zum Thema Fracking abgelehnt. Der Antrag sieht ein Moratorium für die Förderung von Unkonventionellem Erdgas vor, bis weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu der Technologie vorliegen. Aus dem Kreis Höxter hat auch Jürgen Herrmann von der CDU gegen den Antrag der Grünen gestimmt, genauso gegen die ähnlich lautenden Anträge von SPD und Linken.

 

Die Regierungsfraktionen in Berlin wenden sich damit gegen Trinkwasser- und Umweltschutz in unserer Region. Während sich die Abgeordneten von Union und FDP in ihren Wahlkreisen stets als Fracking-Kritiker geben, bleiben sie in Berlin völlig untätig. Die Anträge der Opposition wurden abgelehnt, ohne dass die Koalition eigene Vorschläge gemacht hätte. Bündnis 90 / Die Grünen im Kreis Höxter kritisieren die Entscheidung Jürgen Herrmanns scharf. Die Fracking-Technologie ist mit vielen Risiken behaftet, die nicht hinreichend erforscht sind. Dazu zählen u. a. die mögliche Verunreinigung des Grundwassers mit giftigen Chemikalien, Erdbeben und ein immenser Flächenverbrauch. Jürgen Herrmann muss sich nun fragen lassen, wie ernst er es mit seiner Kritik an der Fracking-Technologie meint.

 

Wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen durchläuft auch Jürgen Herrmann auf der Reise von Höxter nach Berlin offenbar eine Metamorphose vom Fracking-Kritiker zum Fracking-Befürworter. Dieses Bild ist symptomatisch für Union und FDP. Wenn es darauf ankommt, wird den Interessen der Industrie stets Vorrang vor Bürgerbeteiligung und Umweltschutz eingeräumt. Bündnis 90 / Die Grünen werden sich dagegen weiter für ein Moratorium und eine grundsätzliche Reform des antiquierten deutschen Bergrechts einsetzen, um Transparenz, Bürgerbeteiligung und Umweltschutz beim Bergbau zu stärken.

 

 

11.05.2012

URL:http://gruene-hoexter.de/service/archiv/mitteilungen/2012/nichtstun-hilft-nicht-gegen-fracking/