Noch kein Licht am Ende des Tunnels

Grüne drängen NPH zu kundenfreundlichem Ersatzverkehr

Gemeinsam mit dem Experten Rainer Engel vom Fahrgastverband Pro Bahn erörterten die Grünen aus den Kreisen Lippe, Paderborn und Höxter mit Ute Koczy, MdB, in Altenbeken den Stand der Planungen beim Schienenersatzverkehr im Rahmen der Rehbergtunnelsperrung im kommenden Jahr. Denn die Sperrung bedeutet, dass für Zugreisende vor dem Tunnel in Altenbeken oder eben in Bad Driburg Schluss ist.

 
Davon betroffen sind nicht nur täglich mehrere tausend Fahrgäste, die mit der Deutschen Bahn, der Nordwestbahn und der Westfalen-Bahn reisen, sondern auch das Viaduktfest Altenbeken, das 2013 nur in abgespeckter Form stattfinden kann.
 
Die meisten Reisenden der betroffenen Strecken kommen aus dem Kreis Höxter. „Und hier liegt auch das Problem“, kritisiert Ute Koczy. „Leider müssen die Reisenden aus dem Kreis Höxter mit massiven Einschränkungen rechnen. Dass es auch anders gehen kann, hat der Verkehrsverband OWL bewiesen. Nachdem u. a. auch von Herrn Engel kritische, aber auch konstruktive Hinweise erfolgten, wurde mit der Busanbindung von Horn-Bad Meinberg nach Altenbeken und damit für die LipperInnen eine gute Lösung gefunden. Es soll zum Beispiel eine Direktverbindung von Detmold bzw. Bad Meinberg nach Paderborn geben, die nur 20 Minuten länger dauert als mit der Bahn.

 

Der NPH (Nahverkehrsverbund Paderborn/Höxter) hingegen hat für Höxter den Ersatzverkehr schlecht geregelt und damit den Kreis Höxter von zügigen Verbindungen abgehängt. Dabei hatte der NPH für die Planungen mehr als ein halbes Jahr Zeit. Ich fürchte, dass jetzt der Zug abgefahren ist, denn die Fristen für eine Bestellung bei der Deutsche Bahn sind abgelaufen, dabei hätte es hier auch bessere Lösungen gegeben. Jetzt kann man nur noch auf bessere Busanbindungen hoffen“, betont Ute Koczy.
 
„Es gibt Arbeitnehmer, die existenziell bedroht sind und z.B. nicht zur ihrer Arbeitsstelle in Paderborn kommen“, hat Rainer Engel erfahren. Entscheidend für den problemlosen Schienenersatzverkehr hält der Experte vom Fahrgastverband Pro Bahn eine optimale Leitung der Reisenden an den Umsteigebahnhöfen. „Wenn der NPH dort nicht die nötige Vorarbeit betreibt, ist das Chaos vorprogrammiert“, mahnt Engel.
 
Pro Bahn e.V. und die Grünen forderten schon Anfang Mai 2012, eine Schnellbusverbindung über die B 64 von Bad Driburg nach Altenbeken, die bislang nicht umgesetzt wurde. Davon sind vor allem auch Studierende aus dem Kreis Höxter, die zur Uni Paderborn müssten, betroffen.
 
Norbert Kortlüke, Grünen-Mitglied der Regionalrat-Verkehrskommission, zählt weitere Defizite auf: „Auf unser Drängen hin soll zwar ein Bus mit Fahrradmitnahme für die vielen Ausflügler an die Weser eingesetzt werden, allerdings befürchten wir eine Minimallösung nur für das Wochenende. Die Planung, Fernreisende ebenfalls über Altenbeken zu leiten, ist nicht zielführend. Würden diese mit dem Bus direkt nach Brakel und Warburg befördert, könnte sogar ein ICE-Anschluss hergestellt werden.“

 

Aus Sicht der drei grünen Kreisverbände wäre es wünschenswert, Zugverbindungen von Höxter nach Lippe nicht in Altenbeken enden zu lassen, sondern stattdessen auf der Schiene über Langeland nach Bielefeld zu leiten. Hier muss also nachgearbeitet werden.

 

Erfreulicherweise gibt es jetzt aufgrund der guten Presseberichterstattung auch schon Reaktionen. Wenn es wirklich gewollt ist, dann lassen sich jetzt noch die Folgen der langen Sperrung des Rehbergtunnels für die Zugreisenden minimieren und Höxter bleibt zügig angeschlossen.

 

"Der NPH sollte im Sinne seiner Fahrgäste handeln. Sonst heißt es eines Tages: NPH steht für: Nichts passiert hier!" appelliert Gisbert Bläsing, Fraktionssprecher der Grünen im Kreis Höxter an den Verkehrsverbund.


23.08.2012

URL:http://gruene-hoexter.de/service/archiv/mitteilungen/2012/nph-ist-gefordert/