BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

DIE GRÜNEN IM KREIS HÖXTER

GRÜNE Ratsfraktion besucht Ökö-Freilandphotovoltaikanlage in Herste

„Wir haben den Ratsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes in den Gemarkungen von Oeynhausen und Himmighausen mitgetragen, weil allein so das Verfahren zur Einholung aller Stellungnahmen und Gutachten sämtlicher Träger öffentlicher Belange ordnungemäß starten konnte.“, führt die Fraktionssprecherin der Grünen im Stadtrat Nieheim zu Beginn des außerordentlichen Fraktionstreffens in der Freiflächenphotovoltaikanlage der Bad Driburg Solar GmbH & Co. KG in den Nachmittag ein. Begrüßt wurde die Delegation aus Nieheim, die ihre Sitzung bewusst für weitere Interessierte aller Ratsfraktionen an diesem Spätnachmittag geöffnet hatte, von Sabine und Ulrich Cassel. Beide Landschaftsarchitekten hießen auch im Namen des Geschäftsführers Rainer Suhr, der zu diesem Termin leider nicht kommen konnte, die Besucherinnen willkommen. Vertreter aller Ratsfraktionen, Bürgermeister Johannes Schlütz, der Bundestagskandidat der Grünen Nik Riesmeier und die Fraktionssprecherin der Grünen im Kreistag Martina Denkner waren zu dieser Fraktionssitzung im Freien in Gummistiefeln und wetterfester Kleidung coronakonform angereist. „Bei besonders wichtigen Ratsentscheidungen,“ ergänzt Ratsfrau Patricia Arendes-Meyn, „muss das theoretische Wissen, was vorhanden ist, mitunter auch durch solche praktischen Maßnahmen wie eine Besichtigung ergänzt werden. Schön, dass es dieses wunderbare Vorzeigeprojekt auch noch fast vor der Haustür gibt.“  Und tatsächlich, wer genau hinsieht, entdeckt sehr schnell, was die Herster Anlage auch von den ummliegenden Anlagen deutlich unterscheidet. Hier wurde gleichsam der Solarpark in ein Biotop behutsam integriert. „Denn obgleich die Fläche vorher als eine Gewerbefläche ausgewiesen war, so konnten wir dennoch vollständig den ökologischen Wert eines extensiven Offenlands realisieren“, erklärt Ulrich Cassel den interessierten Zuhörerinnen. „Hier ist einfach alles anders als in den meisten Anlagen.“, setzt Sabine Cassel fort, „der Abstand der Modulreihen beispielsweise ist viel breiter, damit Licht einfallen kann und mehr Bewuchs möglich wird. Der Boden ist absolut uneben, so dass es nasse und trockene Bereiche gibt. Fauna und Flora haben sich in den vergangenen zehn Jahren derart einzigartig entwicklet und entwickeln können, dass der Mehrwert dieses Projektes für Natur, Umwelt und Artenvielfalt schon lange den „reinen Ertragswert“ der Stromerzeugung übersteigt.“ Skuddenbeweidung, hochwertige Sekundärnutzung im Bereich der Erzeugung von Bio-Honig und eine lange Liste von wieder vorhandenen seltenen Pflanzen und Tieren stehen genauso auf der „Haben-Seite“ wie der Erhalt von sicheren feuchten Lebensräumen für Amphibien wie Feuersalamander, Bergmolche, Grasfrösche und Geburtshelferkröten.

„Selbstverständlich lässt sich dieses einmalige Konzept nicht vollständig auf andere Projekte übertragen,“ resümiert Bundestagskandidat Nik Riesmeier, „aber es zeigt sehr deutlich, dass bei gutem Willen auf seiten von Projektierern mit einem klaren Blick auf Ökologie, Artenschutz und Umweltschutz, immer mehr möglich ist, als eben der Durchschnitt aller Anlagen hergibt. Wer große und vielleicht wertvolle Landschaftsflächen für derartige Anlagen nutzen möchte, muss sich schon sehr viel Positives ausdenken, was an Mehrwert für Menschen, Tier- und Pflanzenwelt sowie Natur und Umwelt am Ende herauskommen soll – allein die Produktion von erneuerbarer Energie genügt dabei schon lange nicht mehr als Begründung für ein solches Vorhaben.“ Abschließend fügte Uta Lücking mit Blick auf die Planungen in Oeynhausen hinzu: „Wir sind gespannt, was die Gutachten an Erkenntnissen und Empfehlungen aufzeigen werden. Wir als GRÜNE betonen beinahe schon stereotyp, dass es in der besonderen Situation vorort von größter Bedeutung sei, dass die Bürger und Bürgerinnen selbst ihre Bedenken und Einwände in den verschiedenen Beteiligungsformen geltend machen können und angehört werden müssen. Vor Entscheidungen der Politik gehört das Gespräch mit denen, die am meisten betroffen sein werden.“ Mit einem großen Dankeschön in Form des typischen Nieheimer „Sackes“ mit Spezereien endete eine aufschlusssreiche Sitzung im Außenbereich, noch kurz bevor ein starker Regen einsetzte.

 

 

 



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