BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

DIE GRÜNEN IM KREIS HÖXTER

Hoffmann - von - Fallersleben - Rede

Rede von Uta Lücking auf der Demo „Frieden, Demokratie und Toleranz“ in Marienmünster

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die erschütternden Bilder von Butscha und Kramatorsk, die ja nur stellvertretend für so viel Leid in der Ukraine stehen, machen es uns nicht leicht, hier – ein paar hundert Kilometer entfernt von den Kriegsschauplätzen - einen gewöhnlichen Alltag zu leben. Zu brutal und grausam zeigen sie, wie unschuldiges Leben barbarisch vernichtet wird. Das Leben von Menschen, die gerade noch Pläne für ihre Zukunft hatten und etwas, das sie Heimat nannten, erbarmungslos und aggressiv angegriffen und zerstört wird. Wie sollen wir hier angesichts dieses Leids weiter machen?

Doch neben der Empathie und einem Ohnmachtsgefühl - der großen Trauer angesichts der Ereignisse, macht sich bei mir auch ein Gefühl von Wut breit.

Wut über das unberechenbare Taktieren eines machtbesessenen Diktators, über ein System, das Menschen kalkulierterweise manipuliert, über die Sprachlosigkeit angesichts der Geschehnisse, über die populistische Hetze vor Ort, über uns alle, die wir Angst davor haben, dass unser Wohlstand angekratzt werden könnte. 

Jedoch: Sehr viele zeigen gerade, dass sie bereit sind, ihr eigenes Leben einzuschränken, vielleicht gerade getroffene Lebensentscheidungen beiseite zu stellen zugunsten der Hilfe und Unterstützung geflüchteter Menschen. Ich habe sehr großen Respekt vor dieser immensen Hilfsbereitschaft! Es ist ein Hoffnungsschimmer, der deutlich macht, dass Menschlichkeit gewinnt. Und an dieser Stelle wiederhole ich mich: Menschlichkeit kennt keine Grenzen und geschieht unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Sie richtet sich direkt an den Menschen, der gerade Hilfe braucht.

Und so mahnt mich alles zusammen gesehen und gefühlt eindringlich dazu, einzustehen für Frieden, Demokratie und Zusammenhalt! Aufzustehen – mich nicht im Ohnmachtsgefühl zu verlieren – aufzustehen für diese Menschlichkeit, die einen friedlichen Rahmen braucht. Einen Rahmen, in dem jede und jeder seine Meinung äußern darf, ohne dafür um sein Leben bangen zu müssen. In dem sich jede und jeder über alles informieren kann und sich eine eigene Meinung bilden kann. In dem sich jede und jeder ohne Angst frei entwickeln kann. Diesen Rahmen, der unsere demokratischen Werte verkörpert, müssen wir wertschätzen und beschützen. 

Dies tun wir, indem wir aufstehen, zusammenhalten, helfen und weiter daran glauben, dass Putin sich verkalkuliert hat. Robert Habeck hat vorgestern davon gesprochen, dass Putin sich geirrt hat. Er hat nicht mit dem Heldentum und dem Widerstand der Ukrainer und der Geschlossenheit Europas gerechnet. Damit, dass die demokratischen Staaten in Zeiten von Not und Bedrängnis zusammenarbeiten, dass ein demokratisches System leistungsfähig, entschlossen und entschieden handeln kann. 

Stehen wir weiter solidarisch zusammen, damit wir wieder Frieden haben!

Für Frieden, Demokratie und Toleranz

Uta Lückings Rede:

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine mahnt uns leider auch heute noch, voller Solidarität für die Menschen der Ukraine und die Opfer dieses unmenschlichen Krieges zusammenzustehen!

Der Krieg ist ein Angriff auf Frieden, Demokratie und Freiheit in Europa. Es ist ein Angriff auf das Bekenntnis der Menschen in der Ukraine zu Europa. Diese Menschen kämpfen auch für unsere demokratischen Werte!

Deshalb müssen wir hier vor Ort mit unserer großartigen Hilfsbereitschaft weiter machen: Den Geflüchteten alles so bereiten, dass sie sich als Freunde willkommen geheißen fühlen. Indem wir bei der Unterbringung helfen, abgeben, was hilft, Freundschaft bekunden, unsere Schulen öffnen und Vieles mehr.

Krisenzeiten sind Bewährungszeiten. Und wir zeigen gerade in hervorragender Weise, wie gut wir darin sind! Wir können Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. Dass macht mich sehr hoffnungsfroh und lässt mich daran glauben, dass wir jetzt lernen, was wir für alle unsere Mitmenschen in Not in der Lage sind zu tun. Denn Hilfsbereitschaft kennt keine Grenzen, ist nicht abhängig von Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Hilfsbereitschaft geht direkt an einen Menschen, der diese Hilfe gerade braucht.

Gerade in dieser Krise, in der wir uns unglaublich gut als Menschen bewähren, liegt die Chance uns Menschlichkeit zuzutrauen – ohne Wenn und Aber!

Trauen wir es uns zu!

Band der Solidarität zur Zentralen Unterbringungseinrichtung in Borgentreich