Liebe Eltern!
Wie ist es Ihnen ergangen, als bei Ihren Kindern der Wechsel von der Grund- zur Weiterführenden Schule anstand? Vielleicht war es ganz einfach; Ihr Kind war in allen Fächern gut und es bestand kein Zweifel an der gymnasialen Empfehlung.
Aber aus den verschiedensten Gründen entwickeln sich Kinder sehr unterschiedlich. Und für Ihr 9jähriges Kind war es vielleicht nicht so leicht eine Entscheidung zu treffen. Es hatte Stärken und Schwächen, wollte unbedingt mit der Freundin / dem Freund zusammenbleiben, war in der Entwicklung verzögert oder hatte Probleme, die sich im Schulalltag ausgewirkt haben. Aber eine Entscheidung musste trotzdem gefällt werden. Ob es die Richtige war, zeigte sich dann erst nach einigen Jahren. Plötzlich war eine Abschulung nicht mehr zu verhindern, trotz vorheriger Nachhilfe.
Ich glaube, es gibt kaum eine größere Belastung für Kinder und deren Eltern, als in der Schule Probleme zu haben. Wenn der Leistungsdruck die Lebensfreude schwinden lässt und Versagensängste Überhand nehmen.
Um dem entgegen zu wirken, haben wir GRÜNEN uns für das Modell „Gemeinsam länger Lernen" entschieden, aufgehend in einer Sekundar- oder Gesamtschule.
Wenn ich dann heute in einem Leserbrief zum wiederholten Male den Begriff „Einheitsschule" negativ besetzt lese, macht mich das ärgerlich. Unsere Kinder gehen gemeinsam in den Kindergarten, gemeinsam in die Grundschule und müssen später gemeinsam die Probleme der Welt lösen. Aber zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr werden sie getrennt.
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